Die Ausstattungsliste für mein neues Liteville 301 war eigentlich schon komplett, die Bestellungen schon abgegeben. Als Vario-Sattelstütze habe ich mir wieder eine Rock Shox Reverb ausgesucht, mit der ich am letzten Rad schon recht zufrieden war.

Ich musste meine Entscheidung nochmal überdenken nachdem ich auf die Magura Vyron gestossen (worden) bin. Die Bedienung der Magura Vyron erfolgt nicht wie bei anderen Herstellern über Kabelzug oder Hydraulik, sondern über eine Funkfernbedienung und einen kleinen Servomotor am Stützenkopf.

Offensichtliche Vorteile:

  • einfache Montage
  • Stütze auf mehreren Rädern verwendbar
  • weniger Leitungen – schöneres Cockpit
  • Bedienung wartungsfrei (abgesehen von Batteriewechsel)

Diese Vorteile und das praktisch selbe Gewicht wie Rock Shox Reverb (ca.600g) haben mich dann zum Kauf der Vyron animiert.  Preis: 400,–€ – Seit ca. 1,5 Monat fahre ich nun die neue Magura Vyron – Zeit für eine Zwischenbilanz.

Montage:

Die Montage war wirklich sehr einfach. Etwas enttäuschend für einen leidenschaftlichen Schrauber wie mich – weil das kann echt jeder!

Stütze auspacken, aufpumpen, in den Rahmen stecken, Fernbedienung mit Gummi fixieren, einschalten, synchronisieren, fertig. Dauert 5 min. Der Wechsel auf ein anderes Rad klappt unter einer Minute.

Durch das fehlende Bedienungskabel gehen von meinem Lenker nun 3! Leitungen weg (2 Bremsen, 1 Trigger). Für Freunde des aufgeräumten Cockpits eine Augenweide…

Akkulaufzeit:

Der kleine Akku schafft lt. Magura 400 Bedienungen, und hat einen „Notfallmodus“ in dem sich die Stütze bei leerem Akku noch 20mal per Knopfdruck an der Stütze verstellen lässt. Ich habe die Bedienungen nicht mitgezählt, aber mithilfe der Ladestandsanzeige (voll, halbvoll, Notbetrieb) ist mir bis jetzt noch nie der Saft völlig ausgegangen. Das Laden des Akkus funktioniert ganz einfach per mitgeliefertem miniUSB Kabel am Stützenkopf und an jedem beliebigen Ort (Daheim, Keller, Auto,..) Ladezeit ca. 3h

Haltbarkeit:

Ich hatte Bedenken, ob der Akku mit Motor nicht anfällig wegen Verschmutzung und Beschädigung ist. Trotz vieler Schlammfahrten und einigen ordentlichen Brezen funktioniert aber alles noch einwandfrei.

Bedienung:

Auf der Kleinen Fernbedienung sind 3 Knöpfe, nur der mittlere bedient die Sattelstütze. Der Knopf ist nicht immer gleich zu finden – besonders bei voller Fahrt und ohne hinsehen – könnte für den Renneinsatz ein Problem werden.

Ich einen Hebel auf die Bedienung aufgeklebt, der die Druckfläche vergrößert – funktioniert perfekt. Angeblich arbeitet Magura bereits an einem neuen Hebel.

Ansprechverhalten:

Der Servomotor öffnet nach Betätigung des Knopfes 0,5 die Stütze, hält die Verstellung 0,5 sec. offen  und schließt 0,5 sec  lang. D.h. die Öffnung erfolgt mit Verzögerung und die Verstelldauer ist fixiert. Klingt gewöhnungsbedürftig, funktioniert aber nach ein paar Touren tadellos.

Fazit:

Ich kann die Stütze auf jeden Fall weiterempfehlen. Einziger Minuspunkt ist für mich der kleine Bedienknopf an der Fernbedienung, was sich aber leicht beheben lässt.

Gerhard Senfter

Gerhard Senfter

Auf eine einzelne Disziplin will er sich nicht festlegen, er tut das, was ihm gerade am meisten Spaß macht. Daher kann man ihn im Sommer im Wald, im Hochgebirge aber auch im Bikepark antreffen, im Winter stellt er das Bike in eine Ecke und holt die Skier aus dem Keller. Er ist gern am Berg, am liebsten über der Waldgrenze. Er scheut sich nicht vor Wettkämpfen, tüftelt aber genauso gerne an schwierigen Bergpfaden herum – nur sich selbst als Gegner. Sehr gerne schraubt er auch in seiner geliebten Werkstatt an den Bikes, um das bestmögliche Setup für den jeweiligen Einsatz herauszuholen. Jahrgang 1982, in Innsbruck geboren und aufgewachsen, hat es ihn nie wo anders hingezogen, weil er weiß, dass es in Tirol am geilsten ist. Hochdeutsch hat er nie gelernt, Dialekte spricht er mehrere. Im Brotberuf ist er Bautechniker, er arbeitet gern aber man nennt ihn Freizeitgigant und man hat Recht. Er schreibt nur das, was unbedingt notwendig ist, er erzählt lieber von seinen Erlebnissen. Seine Unterarme und Hände sind genauso groß wie sein Appetit, und egal wie viel er Auslauf hat, seine Haare sind genauso dunkel wie die Haut.
Gerhard Senfter

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